Erste KI-Ausgründung von Osborne Clarke: Das Start-up Justima automatisiert Gesetzesmonitoring für Unternehmen

Veröffentlicht am 28th Mai 2026

  • Erste Ausgründung in der über 250-jährigen Geschichte von Osborne Clarke – die Kanzlei ist exklusiver Partner.
  • KI-Agenten überwachen kontinuierlich hunderte europäische und internationale Regulierungsquellen und liefern jedem Kunden nur die Änderungen, die für sein Geschäftsmodell relevant sind.
  • Gegründet auf Initiative von Alexander Lilienbeck, CEO, und Christian Braun, CTO, wird das Management durch Gereon Abendroth als Chairman & Managing Director komplettiert, Partner bei Osborne Clarke und Vorsitzender des globalen AI Management Boards der Kanzlei.

Osborne Clarke, aktuell JUVE-Kanzlei des Jahres im Bereich Regulatory, geht einen ungewöhnlichen Schritt: Erstmals in ihrer über 250-jährigen Geschichte vollzieht die Großkanzlei eine Ausgründung. Justima, gegründet auf Initiative von Alexander Lilienbeck und Christian Braun und gemeinsam geführt mit Osborne Clarke Partner Gereon Abendroth, automatisiert mit KI-Agenten das kontinuierliche Monitoring europäischer Regulierung für Rechts- und Compliance-Abteilungen. Die Plattform analysiert täglich mehr als 200 Rechts- und Regulierungsquellen und liefert jedem Unternehmen gezielt nur die geschäftsrelevanten Änderungen. In Konzern-Rechtsabteilungen binden diese Aufgaben bislang erhebliche Ressourcen – mit dem Risiko, in der Flut regulatorischer Updates kritische Änderungen zu übersehen. Osborne Clarke kennt diesen Schmerzpunkt aus dem eigenen Beratungsalltag und steht als exklusiver Partner für die regulatorische Expertise hinter dem Produkt.

Das Problem: Compliance-Lücken kosten Millionen – komplexe nationale und europäische Regulierung lähmt die Wirtschaft

Hintergrund ist ein strukturelles Problem, das viele Unternehmen betrifft: Regulatorische Anforderungen nehmen stetig zu, während Monitoring-Prozesse häufig weiterhin auf Newsletter-Abonnements, manuelle Recherchen und verstreute Informationsquellen setzen. Die Konsequenz: Relevante regulatorische Änderungen werden übersehen, mit teils erheblichen finanziellen und operativen Folgen.

„Regulierungsmonitoring ist für viele Unternehmen heute eine enorme Herausforderung: Die Zahl relevanter Vorgaben wächst, Informationen sind über zahlreiche Quellen verteilt und Teams müssen unter hohem Zeitdruck sicherstellen, dass keine geschäftskritische Änderung übersehen wird. Wenn Regulierungslücken erst spät sichtbar werden, können daraus operative und finanzielle Belastungen entstehen. Studien zufolge liegen die finanziellen Folgen von Non-Compliance im Schnitt rund 2,7-mal höher als die Kosten funktionierender Compliance-Prozesse. Gleichzeitig verbringen Compliance-Teams viel Zeit mit manuellen Tätigkeiten, die nicht ihrer eigentlichen juristischen und strategischen Expertise entsprechen. Genau diese Zeit wollen wir ihnen zurückgeben”, sagt Alexander Lilienbeck, Mitgründer und CEO von Justima.

Im Unterschied zu klassischen Governance-, Risk- und Compliance-Systemen deckt Justima keine Risikomatrizen oder Audits ab, sondern konzentriert sich ausschließlich auf das, was GRC-Tools strukturell nicht leisten: kontinuierliches Monitoring von mehr als 200 Quellen europäischer Regulierung. Die Relevanzlogik wurde gemeinsam mit den Regulatory-Experten von Osborne Clarke entwickelt, der aktuellen JUVE-Kanzlei des Jahres im Bereich Regulatory.

Die Lösung richtet sich insbesondere an Konzerne und mittelständische Unternehmen mit regulatorischen Anforderungen in mehreren europäischen Märkten. Mittelfristig adressiert Justima auch internationale Unternehmen außerhalb Deutschlands, die europäische Regulierung monitoren müssen, ohne in jedem Markt eigene Teams aufzubauen. 

Das Gründerteam vereint juristische und technische Expertise. CEO Alexander Lilienbeck ist Volljurist und Softwareentwickler und wurde 2025 von JUVE als einer der „Top 10 Legal Tech Rising Stars in Germany“ ausgezeichnet. CTO Christian Braun ist auf KI- und Machine-Learning-Systeme spezialisiert und gründete zuvor bereits zwei KI-Start-ups. Als Chairman & Managing Director bringt Gereon Abendroth mehr als 20 Jahre Kanzlei- und Inhouse-Erfahrung ein. Der Osborne Clarke Partner und Vorsitzende des globalen AI Management Boards der Kanzlei gründete in Deutschland Osborne Clarke Solutions und entwickelte die Innovationseinheit zu einer führenden Adresse für KI in Kanzleien.

Justima ist DSGVO-konform, wird ausschließlich in der EU betrieben und ist zudem ISO 27001 und SOC 2 compliant.

Bereits vor dem offiziellen Launch haben sich nach Unternehmensangaben rund 60 Unternehmen aus dem Compliance-Umfeld für einen frühen Zugang registriert. Zu den Nutzern zählen Unternehmen wie Condor, Karlsberg Brauerei, AUTODOC und weitere DAX-40- und Fortune-500-Unternehmen.

Warum Osborne Clarke diesen Schritt geht

Mit Justima gestaltet Osborne Clarke die durch KI anstehende Transformation der Kanzlei aktiv. Während viele Kanzleien KI noch primär als internes Effizienzwerkzeug betrachten, bringt Osborne Clarke gemeinsam mit den Gründern aktiv eine Lösung an den Markt, die auch Mandanten unmittelbaren Nutzen liefert.

„KI verändert den Rechtsmarkt - wir gestalten diesen Wandel lieber aktiv mit, als ihn passiv über uns ergehen zu lassen. Osborne Clarke ist im Regulatory-Bereich und im AI Engineering führend. Mit Justima bringen wir beides zusammen. Für Mandanten heißt das: Wo sich Probleme mit KI lösen lassen, lösen wir sie mit KI. Unsere Anwältinnen und Anwälte kommen dort ins Spiel, wo es um Bewertung, Erfahrung und Einordnung geht”, sagt Gereon Abendroth, Partner bei Osborne Clarke und als Chairman des AI Management Boards verantwortlich für die internationale KI-Strategie der Kanzlei.

Vertikale statt horizontale KI

Während Anbieter wie OpenAI oder Anthropic horizontale KI-Modelle entwickeln, die auf möglichst viele Use Cases zielen, baut Justima eine vertikal integrierte Lösung für genau einen Anwendungsfall: regulatorisches Monitoring. „In Compliance ist nicht entscheidend, wie viele Änderungen ein Modell findet, sondern welche es übersieht. Eine einzelne verpasste Verordnung kostet ein Unternehmen mehr, als ein Generalist je an Effizienz einsparen kann. Wir haben Justima genau auf diese Asymmetrie hin gebaut“, sagt CTO Christian Braun. 

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