Economist Impact identifiziert im Auftrag von Osborne Clarke in einer Studie Technologien, die Städten bei der Erreichung der Klimaziele helfen und die Lebensqualität verbessern können 

Das Institut Economist Impact (Economist Gruppe) hat im Rahmen einer Studie im Auftrag der internationalen Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke 12 Technologien identifiziert, die Städten weltweit helfen können, Treibhausgasreduktionsziele zu erreichen und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern. Die vollständige Studie wird am Dienstag, den 16. November während der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow auf den Websites von Economist Impact und Osborne Clarke veröffentlicht.

Städte verbrauchen weltweit über zwei Drittel der Energie. Sie sind für mehr als 70 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Technologien, die die Energieeffizienz von Gebäuden verbessern, werden nach den ersten Ergebnissen der Studie wahrscheinlich den größten Einfluss auf die Reduzierung der Treibhausgasemissionen haben. Allerdings gibt es gerade bei jungen Technologien wie der Gebäudeautomatisierung und der Technologien rund um die netzdienliche Integration von Elektro-Fahrzeugen noch erhebliche Investitionslücken und auch rechtliche Fragestellungen, die noch zu lösen sind. 

Dr. Alexander Dlouhy, Leiter des Bereichs Decarbonisation bei Osborne Clarke in Deutschland: „Viele der in der Studie untersuchten Technologien werden einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im städtischen Umfeld leisten können und entsprechend auch im Fokus von privaten und staatlichen Investitionen stehen. Durch ihren Einsatz ergeben sich neue unternehmerische Chancen und rechtliche Herausforderungen, zum Bespiel im Hinblick auf zunehmende Cypersecurity-Risiken durch die stärkere digitale Vernetzung in Städten neuer Formen der Zusammenarbeit unterschiedlicher Marktteilnehmer.“ 

Martin Koehring, Senior Manager for sustainability, climate change and natural resources, Economist Impact: "Städte bieten in Sektoren wie Bau, Verkehr und Abfallwirtschaft einige der besten Möglichkeiten zur Dekarbonisierung. Unsere Studie unterstreicht das enorme Potenzial bahnbrechender Technologien in Städten, um die Erreichung der globalen Klimaziele zu unterstützen.  Aber mit dem großen Potenzial kommt auch die Notwendigkeit, ihre Auswirkungen, Skalierbarkeit und Investitionsmöglichkeiten zu messen."
Die Studie ordnet die Technologien drei Sektoren zu - Gebäude und Bauwesen, Verkehr und städtische Infrastruktur (einschließlich Energie). Economist Impact hat zehn Städte auf der ganzen Welt zu dem regulatorischen Rahmen oder der Verfügbarkeit von Investitionen untersucht, welche die Entwicklung und Umsetzung dieser besonders wirkungsvollen Technologien fördern. Danach ist Barcelona ist bei der Bereitstellung finanzieller Unterstützung und/oder politischen Rahmens mit Blick auf die meisten der in dieser Studie identifizierten Technologien führend. 
Im Folgenden findet sich eine Auswahl von ersten Ergebnissen der Studie zur der Wirkung und Skalierbarkeit einzelner Technologien. 

Bausektor

Kohlenstoffarme Alternativen zu herkömmlichen Zement und Beton erhalten eine hohe Punktzahl für die Wirkung und eine sehr hohe Punktzahl für die Skalierbarkeit, da die Rohstoffe weit verbreitet sind. In diese Technologie wird jedoch wenig investiert. Von den zehn untersuchten Städten verfügten nur Paris und London über Richtlinien oder Programme, die Anreize für die Verwendung von kohlenstoffarmem Zement boten.
Auch in Gebäudeautomationssysteme (BAS) sind die Investitionen gering. Diese haben zwar ein hohes Potenzial zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Ihrer Implementierung erfordert jedoch hohe Vorlaufkosten, da die Gebäudesysteme äußerst komplex und nicht standardisiert sind.
Hocheffiziente Wärmepumpen haben das Potenzial, die Treibhausgasemissionen jährlich um 1,8 GT zu reduzieren, da sie die Heizenergie um bis zu 50 % senken können. Sie haben ein sehr hohes Skalierungspotenzial und können derzeit in allen zehn untersuchten Städten eingesetzt werden. Die öffentlichen Investitionen in diese Technologie sind sehr hoch, was sich jedoch nicht in den Investitionen des Privatsektors widerspiegelt.

Stadtinfrastruktur (einschließlich Energie)

Fernwärme und Fernkälte punkten in Bezug auf die Wirkung, insbesondere hinsichtlich des Potenzials zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Die Implementierung dieser Technologie kann die Investitionskosten für Heizung und Kühlung senken und die Betriebskosten senken. Diese Technologie kann in allen 10 untersuchten Städten implementiert werden. Die für die erstmalige Umsetzung erforderlichen Kosten liegen bei ca. USD 226,8 bis 337,4 Milliarden (netto). 
Unified Communications spielt eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung der CO2-Emissionen, indem es Remote Working und mobile Konnektivität ermöglicht. Diese Technologie schneidet beim CO2-Reduzierungspotenzial sehr gut ab, liegt aber bei ihrer Wirkung insgesamt nur im Mittel, da eben Ressourcen dafür erforderlich sind, um die globalen Arbeitsweisen zu verändern. Sie wird aufgrund der Pandemie an den meisten Orten umgesetzt und die privaten Investitionen in die Technologie sind hoch.
Smart Grids und Smart Meter erhalten eine hohe Punktzahl für ihre Wirkung. Ihre Umsetzung führt schätzungsweise zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen um 12 %, entsprechend einer sehr hohen Punktzahl in der Wirkungskategorie ergibt. Die Investitionen des öffentlichen Sektors sind hoch, teilweise getrieben durch eine EU-Politik, die bis 2020 eine Marktdurchdringung von 80 % zum Ziel hatte.

Transport

Mobility as a Service (MaaS) erhält eine mittlere Punktzahl für ihre Wirkung. Mit MaaS können Behörden Mobilitätsmuster besser verstehen. Reisende profitieren von einem verbesserten Reiseerlebnis, ohne ein eigenes Fahrzeug besitzen zu müssen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Technologie in allen untersuchten Ländern mit relativ geringen Kosten umzusetzen ist und Möglichkeiten bietet, die bestehende Verkehrsinfrastruktur besser zu nutzen. Die privaten Investitionen sind hoch, Es bedarf aber auch erheblicher staatlicher Mittel.
Vehicle-to-Grid-Technologien (V2G) schneiden in der Wirkungskategorie hoch ab. Ein optimaler Einsatz V2G-Technologien zur Verringerung des Einsatzes CO2-intensiven Stroms könnte eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 24 % ermöglichen und gleichzeitig die Effizienz, Stabilität und Zuverlässigkeit des Stromnetzes in Städten verbessern. V2G-Technologien befinden sich in den meisten der untersuchten Städte in der Pilotphase, wobei in Frankreich, Spanien, Korea, Großbritannien und den USA die Technologie bereits teilweise eingesetzt wird. Obwohl es sich bei V2G um eine vielversprechende –Technologie handelt, bekommen sie allen Investitionsindikatoren niedrige Werte, was auf eine erhebliche Investitionslücke hinweist.
Autonome Fahrzeuge erhalten eine mittlere Bewertung für die Auswirkungen. Es gibt widersprüchliche Belege dafür, dass autonome Fahrzeuge die CO2-Emissionen erheblich reduzieren würden, was zum Teil auf den erheblichen Energiebedarf für den Betrieb der Rechenzentren zurückzuführen ist, die die riesigen Datenmengen verarbeiten, die sie benötigen. Autonome Fahrzeuge erhalten in der Investitionskategorie einige der höchsten Werte aller Technologien in der Studie, und die Städte folgen diesem Beispiel. Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb im Transportbereich erhalten eine mittlere Bewertung für ihre Wirkung. Sie sind im Vergleich zu herkömmlichen batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen besser für Langstrecken geeignet und verursachen schätzungsweise die Hälfte der CO2-Emissionen herkömmlicher kraftstoffbetriebener Fahrzeuge, auch wenn der Nachweis hierfür noch lückenhaft ist. Diese Fahrzeuge erhalten eine mittlere Bewertung für Investitionen mit einer kleinen Anzahl (44) von Großinvestoren im Vergleich zu über 3.000 für autonome Fahrzeuge. Hohe Investitionskosten und Bedenken hinsichtlich der Effizienz könnten eine breite Akzeptanz verhindern – insbesondere in finanziell weniger gut ausgestatteten urbanen Gebieten.

Hier geht es zur Studie im Economist Impact

Hier geht es zur Osborne Clarke Scorecard

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