Alexander Köth von der Minodes GmbH zeigte auf, mit welcher Technik die Einzelhändler ihren Kunden maßgeschneiderte Angebote machen können. „Hier steckt ein riesiges Potenzial“, ist er sich sicher; zunächst müssten viele Händler allerdings Transparenz über ihre Kunden und deren Verhalten erlangen. Nach einer Analyse könnten Händler durch mobiles Marketing die Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel verschwimmen lassen – zum eigenen und zum Kundennutzen.

Sabine Stöhr von 1A Retail erläuterte anschließend, wie Pendler als Kunden erschlossen werden könnten. Das Potenzial von Verkehrsknotenpunkten werde noch nicht ausreichend genutzt, so Stöhr, die Top-Lagen für Einzelhändler entwickelt. Sie stellte Beispiele verschiedener Unternehmen vor, die diese Marktnische erfolgreich besetzt haben, sowohl im Fashion Bereich als auch in der Gastronomie.

Christoph Boeminghaus, Handelsexperte von Osborne Clarke, beleuchtete die aktuelle Rechtslage hinsichtlich des Vertriebs von Markenware über Handelsplattformen im Internet. Dass Markenhersteller den Vertrieb ihrer Produkte durch autorisierte Händler unter bestimmte Voraussetzungen stellen, sei grundsätzlich erlaubt, so Boeminghaus. Allerdings dürften sie dabei weder den Internetvertrieb an sich einschränken und auch nicht strengere Anforderungen als an die eigenen digitalen Vertriebskanäle oder den stationären Vertrieb stellen. Der Rechtsanwalt wies darauf hin, dass die Rechtslage in dieser Frage sich immer wieder ändere und der Internetvertrieb derzeit besonders im Fokus der Kartellbehörden stehe.

Ulrich Baumgartner, Datenschutzexperte bei Osborne Clarke, erläuterte, wie die neuen digitalen Möglichkeiten der Kundenbindung und -gewinnung am Point of Sale gesetzeskonform realisiert werden könnten. Grundsätzlich gelte bei personenbezogenen Daten der Erlaubnisvorbehalt, was in der Praxis meist eine Einwilligung erforderlich mache, so Baumgartner. Doch auch durch Pseudonym-Modelle ließen sich wertvolle Daten gewinnbringend nutzen, ohne dass stets eine vorherige Einwilligung eingeholt werden müsse.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Entwicklung in der Verknüpfung von Verkaufskanälen erst am Anfang steht und noch riesiges Potenzial in vielen Bereichen bietet.

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